Heute ist Welttag für Psychische Gesundheit

Am 10. Oktober findet seit 1992 jedes Jahr der Welttag für Psychische Gesundheit statt. Das diesjährige Motto lautet „Psychische Gesundheit für Alle. Mehr Invest – Besserer Zugang“ (Mental Health for All. Greater Investment – Greater Access). Vor allem in Covid-19-Zeiten ist die psychische Gesundheitsversorgung wichtiger denn je. Es geht um psychische Gesundheit für Alle und Überall!

Rechtszeitig zum World Mental Health Day präsentierten die Psychosozialen Dienste in Wien, sowie das Forschungsinstitut SORA eine Studie zu der psycho-sozialen Situation der Wienerinnen und Wiener während der Coronakrise.

Diese Vorreiter-Studie zeigt, dass die Corona-Pandemie die Wiener Bevölkerung vor große, psycho-soziale Herausforderungen gestellt hat und auch in Zukunft stellen wird. Die Erhebung zeichnet sich dadurch aus, dass gesellschaftliche Faktoren, die eine Verschlechterung der psychischen Gesundheit wahrscheinlicher gemacht haben, dargestellt werden.

Besonders jene Wienerinnen und Wiener, die schon vor der Krise von sozialer Ungleichheit und Benachteiligung betroffen waren, leiden besonders unter den psycho-sozialen Folgen von Corona. Während der soziale Zusammenhalt und das Vertrauen in das politische System in den letzten Monaten massiv gestiegen sind, zeigt die vorliegende Studie, wie wichtig der weitere Ausbau der vielfältigen Unterstützungsangebote der Stadt Wien ist. Zudem gilt es, den weiteren Verlauf der psycho-sozialen Belastungen mittels Monitoring im Blick zu behalten, um vorübergehende und sich verfestigende Begleiterscheinungen der Corona-Pandemie zu beobachten. Damit aber keine Wienerin und kein Wiener in den Folgen dieser Krise zurückgelassen wird, muss vor allem der Kampf gegen soziale Ungleichheit in den Fokus gerückt werden.

 Diese Erkenntnisse decken sich auch mit den Erfahrungen der Corona-Sorgenhotline der Stadt Wien, die im April 2020 vom Psychosozialen Krisenstab der Stadt Wien empfohlen und ins Leben gerufen wurde. Sie ist seither durchgehend im Einsatz. Ein Team aus PsychologInnen und PsychotherapeutInnen steht von Montag bis Sonntag zwischen 8 und 20 Uhr unter 01 4000 53000 bereit.

Bei mehr als einem Viertel der WienerInnen hat sich die psychische Gesundheit während der Corona-Pandemie verschlechtert.

  • 27% erlebten eine Verschlechterung ihrer psychischen Gesundheit, 66% erlebten keine Veränderung.
  • Von jenen WienerInnen, deren psychische Gesundheit schon vor der Krise angeschlagen war, hat sich die Situation für mehr als die Hälfte (56%) nochmals verschlechtert.

Ausgewählte Ergebnisse können der Presseunterlage entnommen werden. Sie steht HIER ZUM DOWNLOAD bereit.

Es geht weiter -  vor allem online

Nach wie vor sind psychische Erkrankungen ein Tabu, das vor durch das offene Gespräch gebrochen werden kann. Daher startete der PSD-Wien bereits 2019 die Kampagne #darüberredenwir zur Entstigmatisierung psychischer Erkrankungen. Diese Kampagne bot insbesondere im Frühjahr 2020 der Online-Community und vielen neuen ErfahrungsexpertInnen eine Plattform. Zudem gab es viele Tipps, wie in diesen außergewöhnlichen Zeiten auf die psychische Gesundheut geachtet werden kann.

Im Wissen, dass es oftmals nicht einfach ist, über die eigenen Emotionen zu sprechen, wurde zum Beispiel die Blumenampel entwickelt. Die Blumen in den Varianten Grün, Orange und Rot kommunizieren ganz einfach und schnell wie es einem geht und was man gerade braucht. Anwendung finden sie vor allem im Chat und per Textnachricht.

Zudem haben wir die Krative-Challenge #darüberredenwir in Bildern gestartet. Dort können sich alle mitteilen in Form von Zeichnungen, Fotografien, Texten oder doodles. Die Kunstwerke können dann hochgeladen werden, auch anonym möglich.

Derzeit widmen wir uns mit #darüberredenwir und unserer Community dem Thema Thema Sprache und Medien. Welche Bedeutung Worte und Sprachgebraucht im Alltag haben und was sich ErfahrungsexpertInnen wünschen, kann HIER nachgelesen werden.

Leider kann der diesjährige Wiener Tag der psychischen Gesundheit auf Grund des Coronavirus nicht stattfinden, doch mit Online-Aktivitäten sollen das Gespräch, der Austausch und die Sichtbarkeit der ErfahrungsexpertInnen weitergehen. Doch nicht nur in Wien setzen wir auf Online-Aktivitäten. Die World Federation for Mental Health veranstaltet eine virtuelle globale Kampagne www.wmhd2020.com.

Wir bleiben dran – denn es gibt keine Gesundheit ohne die psychische Gesundheit.