Psychiatrische Liaisondienste zu Einrichtungen der Wohnungslosenhilfe

Die Zahl von Wohnungslosen mit einer psychischen Erkrankung wird immer höher. Internationale Studien berichten sogar, dass rund zwei Drittel aller Wohnungslosen an einer psychischen Erkrankung leiden.

Grundsätzlich besteht ein erheblicher psychiatrischer Hilfebedarf unter Wohnungslosen, der jedoch hauptsächlich von Mitarbeiter/Innen einschlägiger Gesundheits- und Sozialeinrichtungen wahrgenommen wird. Die Betroffenen selbst machen hingegen nur selten von den vielfältigen Behandlungsangeboten und rehabiliativen Möglichkeiten Gebrauch. Dafür kann es viele Gründe geben: fehlende Krankheitseinsicht, mangelnde Eigeninitiative, ungenügendes Wissen über passende Hilfsangebote, aber auch Angst vor doppelter Stigmatisierung (wohnungslos und psychisch krank). Vielfach haben diese Menschen auch vordergründig mit elementaren sozialen Bedürfnissen (Nahrung, Kleidung und Schlafplatz) zu kämpfen.

Als spezielles und umfassendes Hilfsangebot haben die PSYCHOSOZIALEN DIENSTE IN WIEN zu derzeit insgesamt 29 Einrichtungen der Wohnungslosenhilfe psychiatrische Liaisondienste eingerichtet. Dadurch werden neben Präventionsangeboten und Krisenintervention auch individuell angepasste Hilfen und Zugang zu anderen Betreuungsmöglichkeiten geboten.