Persönlichkeitsstörung

Persönlichkeitsstörungen sind Extremausprägungen bestimmter Persönlichkeitsmerkmale. Sie liegen dann vor, wenn die Betroffenen selbst sehr darunter leiden und starke Beeinträchtigungen in der sozialen Anpassung entstehen.
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Je nachdem, welches Persönlichkeitsmerkmal eine Extremausprägung erfährt, unterscheidet man verschiedene Unterarten: Die paranoide Persönlichkeitsstörung ist durch leichte Kränkbarkeit sowie durch die Neigung zu Misstrauen (u. a. pathologische Eifersucht) gekennzeichnet.
Menschen mit schizoider Persönlichkeitsstörung zeigen einzelgängerisches Verhalten, sie wirken emotional kühl und distanziert und machen den Eindruck, als sei ihnen alles gleichgültig.
Bei der dissozialen Persönlichkeitsstörung kommt es zur Missachtung sozialer Normen und zu delinquentem Verhalten. Auch eine Neigung zu Alkohol- und Drogenmissbrauch ist gegeben.
Symptome der emotional instabilen Persönlichkeit sind eine schwankende Stimmungslage, mangelnde Impulskontrolle (impulsiver Typus) sowie das Gefühl innerer Leere. Die Gefahr von Selbstverletzungen und Suiziden ist verstärkt gegeben (Borderline-Typus).
Menschen mit histrionischer Persönlichkeitsstörung neigen zu starkem Ausdrucksverhalten („theatralisch“), verbunden mit einem großen Bedürfnis nach Aufmerksamkeit.
Charakteristisch für die zwanghafte Persönlichkeitsstörung ist der übergroße Drang nach Ordnung und Genauigkeit („Pedanterie“). Die Betroffenen leiden unter übermäßigem Zweifel und übergroßer Vorsicht. Ferner kann sich auch eine Zwangsstörung zeigen.
Bei der ängstlich-vermeidenden Persönlichkeitsstörung finden sich Gefühle dauernder Besorgtheit bis hin zur Vermeidung bestimmter Aktivitäten. Auch die Sehnsucht nach Zuneigung und die Angst vor Zurückweisung machen diese Erkrankung aus.
Die abhängige Persönlichkeitsstörung ist gekennzeichnet durch Hilflosigkeit und eine tiefgreifende Angst, verlassen zu werden. Die Betroffenen sind wenig belastbar und ordnen sich und ihre Bedürfnisse gerne unter.
Bei der narzisstischen Persönlichkeitsstörung stehen eine Selbstüberschätzung und das Bedürfnis nach ständiger Bewunderung durch andere im Mittelpunkt. Kritik kann dementsprechend schlecht ertragen werden.

Als Ursachen werden sowohl genetische und hirnorganische (z. B. erworbene Hirnschäden) als auch frühkindliche Entwicklungs- und Erziehungsfaktoren (z. B. traumatisierende Ereignisse) angeführt.
Die Behandlung umfasst längere Zeiträume, Persönlichkeitsstörungen sind aber prinzipiell therapierbar. Es empfiehlt sich grundsätzlich eine ambulante Psychotherapie sowie eine pädagogische und soziotherapeutische Vorgehensweise, gegebenenfalls eine medikamentöse Behandlung.