Tageskliniken
Tageskliniken sind Behandlungseinrichtungen, in denen vorwiegend medizinische und therapeutische Maßnahmen zur Anwendung kommen. Der Vorteil einer Tagesklinik liegt auf der Hand: Tagsüber ist ein stabiler Rahmen, ähnlich dem eines Krankenhauses gewährleistet. Die Nachtstunden und Wochenenden können im gewohnten Umfeld (zu Hause) verbracht werden.
Tageskliniken erfüllen heute die Funktion einer Schnittstelle zwischen vollstationärer und ambulanter psychiatrischer Versorgung.
Man findet sie in den Bereichen der allgemeinen Erwachsenenpsychiatrie, im Sucht-Bereich, in der Gerontopsychiatrie sowie in der Kinder- und Jugendpsychiatrie.
Im Gegensatz zu Tagesstätten oder Tageszentren sind Tageskliniken gekennzeichnet durch eine ärztlich geleitete Behandlung, die eine tägliche Anwesenheit der Patient(inn)en (unter der Woche) erforderlich macht, und die in der Gesamtdauer zeitlich begrenzt ist. Diese Form der Therapie verlangt von den Patient(inn)en viel Eigeninitiative und Selbstverantwortung, da sie jeden Morgen und Abend bzw. jedes Wochenende den Wechsel zwischen Behandlung und Alltag zu Hause bewältigen müssen.
Das Angebot richtet sich nach dem Bedarf der Patient(inn)en und verfolgt einen komplexen therapeutischen Ansatz. Es umfasst psychotherapeutische und soziotherapeutische Verfahren sowie medikamentöse Behandlung.
Angebote einer psychiatrischen Tagesklinik sind daher beispielsweise psychiatrisch therapeutische Gespräche, Gruppengespräche, Psychoedukation, Training sozialer Fertigkeiten, Krisenintervention, Unterstützung im Aufbau und Erhalt einer Tagesstruktur, psychologische Interventionen.
Ein multiprofessionelles Team (ärztliches, psychologisches, pflegerisches und anderes therapeutisches Fachpersonal) steht den Betroffenen zur Seite, unterstützt und begleitet aber auch deren Umfeld.
Die Zuweisung in eine Tagesklinik erfolgt in der Regel über die Sozialpsychiatrischen Ambulatorien als Behandlungszentren in der Region.

