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Sucht

Abhängiges Verhalten ist dadurch gekennzeichnet, dass es trotz schwerer Folgeschäden fortgesetzt wird. Die Betroffenen verlieren in der Folge die Kontrolle über ihr Verhalten und nehmen auch die Vernachlässigung beruflicher und sozialer Pflichten in Kauf.
apathischer Gesichtsausdruck

Bei den stoffgebundenen Süchten verspüren abhängige Menschen den starken Drang, regelmäßig eine Substanz zu konsumieren (Alkohol, Nikotin, Opiate, Schlaf- und Schmerzmittel, Medikamente, Designer-Drogen) und es sind auch immer höhere Dosen notwendig, um die gleiche Wirkung wie am Anfang zu erreichen (Toleranzentwicklung).
Der Alkoholismus – großteils sind Männer davon betroffen – und der Medikamentenmissbrauch (zu zwei Drittel Frauen) sind die zahlenmäßig größte Gruppe.
Abhängiges Verhalten kann sich auch bei bestimmten Tätigkeiten, bei denen keine Substanz konsumiert wird (nicht stoffgebundene Süchte), entwickeln. Darunter fallen die Arbeits- und Kaufsucht, Dauersurfen im Internet, zwanghaftes Glücksspiel und krankhaftes Stehlen.

Abhängigkeit bedeutet in der Regel psychische und körperliche Abhängigkeit. Bei der psychischen Abhängigkeit ist das suchtartige Verlangen unbeherrschbar, sodass die Betroffenen ihr Verhalten nicht mehr im Griff haben (Kontrollverlust). Kennzeichen der körperlichen Abhängigkeit ist das Auftreten von körperlichen Entzugs-
erscheinungen, wenn die Droge wegfällt (z. B. Schweißausbrüche, Zittern, Magen- und Darmkrämpfe, Übelkeit und Erbrechen).
Die Risiken des Konsums sind äußerst vielfältig und hängen von der Substanz ab (Organschäden, starke Unruhe, hirnorganische Veränderungen und Veränderungen der Persönlichkeit, Merkfähigkeitsstörungen, Verwirrtheit, depressive Stimmung, letztlich Verwahrlosung).

Während legale Drogen (Alkohol, Zigaretten) sehr leicht erhältlich sind, ist der Konsum illegaler Drogen unter Strafe gestellt.
Als Ursachen süchtigen Verhaltens werden u. a. Erziehungs- und Entwicklungsfaktoren (Vorbildwirkung, problematische Familienverhältnisse) vermutet, Leistungsdruck, psychische Belastungssituationen sowie Konflikte in der Vorgeschichte. Auch genetische Faktoren sollen an der Suchtentstehung beteiligt sein. 
Die Therapie von Abhängigkeitserkrankungen erstreckt sich meist über Monate bis Jahre und erfolgt in mehreren Schritten (Kontaktaufbau und Motivierung, körperlicher Entzug, Entwöhnungsbehandlung). Sie kann heute bereits gänzlich ambulant durchgeführt werden. Rückfälle sind kein seltenes Ereignis, deshalb nimmt die Nachsorgephase auch einen besonderen Stellenwert ein.



 

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