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Schizophrenie

Statistisch gesehen erkrankt jeder hundertste Mensch an einer Schizophrenie, und zwar Männer und Frauen etwa gleich häufig. Angehörige sind oft genauso belastet wie die Erkrankten selbst.
irritierter Gesichtsausdruck

Der eigentlichen Erkrankung geht meist ein Vorstadium mit unspezifischen Frühsymptomen (Prodrome) voraus: Plötzlicher Leistungsabfall, innere Unruhe, Grübelei­en, anhaltende Schlaf­störungen und Reizbarkeit sind hervorstechende Begleiter­schei­nungen. Solche Frühwarnzeichen bleiben oft unerkannt oder werden fehlgedeutet, wiewohl eine Frühdia­gnose für eine günstige Langzeitprognose entscheidend wäre. Erst im akuten Stadium treten die Symptome mit voller Deutlichkeit auf.
Die Erkrankung tritt oft schon in jungen Jahren auf und wirkt sich dadurch im Allgemeinen negativ auf die Schul- und Berufsfortbildung aus.
Die Krankheitsverläufe können außerordentlich unterschiedlich sein und hängen vom Schweregrad der Symptome ab. Die Erkrankung kann immer wiederkehren (Rückfälle), es kann auch bei einem einzigen Krankheitsschub bleiben. Die Selbsttötungs­gefahr ist gewöhnlich erhöht. Die Intelligenz ist nicht herabgesetzt.

Es gibt eine Vielzahl an Beschwerden. Charakteristisch sind Denkstörungen, Halluzinationen und wahnhaftes Denken (Plussymptome), die medikamentös gut beherrsch­bar sind.
Weniger auffällig, aber problematischer - weil schwerer behandelbar - sind die Minussymp­to­me, bei denen früher vorhandene Persönlichkeitsmerkmale wegfallen (Mangel an Aktivität und Vitalität, Apathie, verlangsamte Sprache und Körperbewegun­gen).
Die Störungen des Gefühlslebens äußern sich besonders merklich im Kontakt zu anderen Menschen (scheinbare Unberührtheit bei traurigen Anlässen, plötz­liche Gefühlseinbrüche, gegensätzliche Gefühlsregungen sowie die Unfähigkeit, Freude zu empfinden).
Die Betroffenen selbst leiden sehr darunter, da die vorgehenden Veränderungen nicht unre­flektiert bleiben. Im akuten Zustand erkennen die Erkrankten allerdings nicht, dass sie krank sind, sodass die verordnete Medizin oft nicht eingenommen oder andere notwendige Behandlun­gen nicht fortgeführt werden.
Bis heute ist die Krankheitsursache nur unzureichend aufgeklärt. Wahrscheinlich ist, dass mehrere ursächliche Faktoren zusammenwirken. Diskutiert werden u. a. psychogene und fa­mi­li­äre Faktoren, eine genetische Disposition, Störungen im Gehirnstoffwechsel, vorge­burt­liche Virusinfektion.
Die Mehrzahl schizophrener Störungen lässt sich heute ambulant behandeln, wobei die medikamentöse Therapie im Vordergrund steht. Der beste Behandlungserfolg wird bei Kom­bination mit psycho- und soziotherapeutischen Maßnahmen erzielt.
Für Personen mit schwereren und länger dauernden Erkrankungen gibt es umfassende rehabilitative Hilfen.



Sozialpsychiatrische Ambulatorien

Die acht Sozialpsychiatrischen Ambulatorien in Wien sind die Erstanlaufstelle für Betroffene im Fall einer psychiatrischen Erkrankung oder Krisensituation. Sie sind verantwortlich für die medizinische Behandlung sowie die Einleitung rehabilitativer Maßnahmen (Wohnen, Tagesstruktur, Arbeit).

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