Wissenswertes
Logotherapie ...
... oder Existenzanalyse; eine Psychotherapieform, die v. a. in der vorbeugenden Hilfestellung für Menschen liegt, die (noch) nicht psychisch erkrankt sind, sich aber in einer existentiellen Orientierungslosigkeit befinden, an der sie leiden; entwickelt vom Wiener Viktor Frankl; ist als eigenständiges Therapieverfahren in Österreich anerkannt.
Paranoide Persönlichkeitsstörung ...
... eine Unterform der Persönlichkeitsstörungen, die durch Misstrauen, Streitsucht sowie starke Selbstbezogenheit gekennzeichnet ist (Motive anderer werden als böswillig gedeutet, freundliche Handlungen feindlich gesehen, leicht kränkbar, nachtragend). Behandlung: Psychotherapie, in einigen Fällen sind Medikamente angezeigt.
Psychotherapie ...
... steht als Oberbegriff für alle Formen psychologischer Therapieverfahren, die ohne Einsatz medikamentöser Mittel psychische Erkrankungen des Klienten, Leidenszustände oder Verhaltensstörungen zu überwinden versuchen (Beispiele: Verhaltenstherapie, Psychodrama).
affektiv ...
... das Gefühlsleben betreffend.
Therapie ...
... Behandlung von Krankheiten, Heilverfahren.
Hysterie ...
... ein Ausdruck, mit dem früher eine neurotische Störung bezeichnet wurde; gilt als veraltet und wurde im ICD-10 durch die Bezeichnungen Dissoziative Störung bzw. Histrionische Persönlichkeitsstörung ersetzt; andere Synonyme: Konversionsstörung, histrionische Reaktion.
Intelligenztest ...
... ein Instrument der psychologischen Diagnostik zur Messung der intellektuellen Leistungsfähigkeit einer Person. Intelligenz und ihre Unterbereiche können sehr verschieden definiert werden, deshalb gibt es auch sehr verschiedenartige Intelligenztests; z. B. Hamburg-Wechsler-Intelligenztest für Erwachsene (HAWIE-R); Intelligenz-Struktur-Test (I-S-T 2000R).
Kognition ...
... beschreibt die Informationsverarbeitung von Menschen; umgangssprachlich ist „das Denken“ gemeint: das (unbewusste) Lernen, die Kreativität, Planen, Erinnern, Aufmerksamkeit, Einstellungen, Absichten.
Kontrollzwang ...
... eine Zwangshandlung im Rahmen einer Zwangsstörung; die Betroffenen müssen immer wieder die gleichen Dinge überprüfen (z. B. werden die Wasserhähne mehrfach angefasst um zu kontrollieren, ob sie wirklich abgedreht sind).
Läsion ...
... eine umschriebene Gewebeschädigung, Verletzung oder Störung einer körperlichen Funktion (z. B. Gehirnläsion).
Bisher erschienen (in alphabetischer Reihenfolge):
Affektive Psychosen ...
... äußern sich in zwei gegensätzlichen Erkrankungsformen – der Manie und der Depression. Wenn sich die beiden Formen abwechseln, spricht man von bipolarem Verlauf, wenn sie einzeln auftreten von einem monopolaren Verlauf.
Affektarmut ...
... zeigt sich in der Verminderung von Gefühlsregungen. Die Betroffenen verharren in bestimmten Stimmungen oder Affekten, unabhängig von der äußeren Situation und wirken interesselos und emotional zurückhaltend.
agitiert ...
... unruhig, nervös (z. B. bei agitierter Depression).
Agoraphobie ...
... bedeutet umgangssprachlich „Platzangst“ und gehört zur großen Gruppe der Angststörungen. Die Agoraphobie ist geprägt durch eine unüberwindbare Furcht vor weiten, freien Plätzen, vor Menschenansammlungen sowie vor Situationen, in denen man weit von zu Hause entfernt ist (z. B. alleine auf Reisen). Die Angst kann so massiv sein, dass die Betroffenen die Wohnung nicht mehr verlassen (bis zur vollständigen sozialen Isolierung) und sie lässt nach, wenn sie sich beispielsweise in Begleitung einer beschützenden Person wissen.
Anhedonie ...
... Verlust der Lebensfreude.
Anorexia nervosa ...
... auch „Magersucht“. Ist eine psychische Erkrankung aus dem Bereich der seelisch bedingten Essstörungen im Sinne einer verminderten Nahrungsaufnahme oder Nahrungsverweigerung. Es besteht eine intensive Furcht davor, dick zu werden. Der Gewichtsverlust beträgt mindestens 25 %. Mangelnde Krankheitseinsicht, hohe Sterberate. Krankheitsbeginn meist in der Pubertät, psychotherapeutische Behandlung.
Antipsychiatrie ...
... politisch und sozial motivierte Bewegung der 1960-er Jahre, die sich gegen die klassische Psychiatrie wendet und diese auch ablehnt. Kritisierte im Besonderen die Erklärung der Schizophrenie als psychische Erkrankung und stellte die Psychiatrie als solche generell in Frage. Wichtige Einflüsse auf die Antipsychiatriebewegung stammen aus den Werken von Michel Foucault.
Antipsychotikum ...
... andere Bezeichnung für Neuroleptikum.
Akathisie ...
... ist das Unvermögen, längere Zeit ruhig sitzen zu bleiben. Der Bewegungsdrang für die Betroffenen in den Extremitäten ist unstillbar und quälend. Gehen schafft nur für kurze Zeit Beruhigung, häufige Folge ist dann ein „Trippeln“. A. kann als Nebenwirkung bei der Gabe von Neuroleptika auftreten oder eine Folge der Parkinson-Krankheit sein.
Akrophobie ...
... Höhenangst.
akute Suizidalität ...
... zählt zu den häufigsten Notfallsituationen in der Psychiatrie.
alkoholkrank ...
... sind in Österreich nahezu 400.000 Menschen, doppelte so viele Menschen gelten aufgrund ihres Trinkverhaltens als gefährdet.
Alkoholrausch ...
... ist ein leichter Grad von Trunkenheit. Als erste Anzeichen zeigen sich ein gesteigertes Leistungsgefühl bei tatsächlich verringertem Leistungsvermögen, eine Verminderung der Selbstkritik, Reaktionsverlangsamung sowie eine Minderung der Aufmerksamkeit und Konzentration.
Altersdepression ...
... wenn depressive Phasen erstmals im Alter auftreten, und zwar definitionsgemäß nach dem 65. Lebensjahr. Dauer: mehrere Wochen bis Monate. Therapie: vordergründig mit Medikamenten. Die Suizidalität ist erhöht.
Alterspsychiatrie ...
... befasst sich mit psychischen Erkrankungen des höheren Lebensalters. Darunter fallen beispielsweise hirnorganische Störungen (Demenz und Delir), Depressionen, aber auch paranoide und Angststörungen.
Alzheimer-Krankheit ...
... ist mit 50 Prozent die häufigste Form der Demenzen, die mit Schwerpunkt 7. bis 9. Lebensjahrzehnt einsetzt. Der Krankheitsbeginn ist allmählich, d. h. es kommt vorerst nur zu Gedächtnis- und Merkstörungen, der Krankheitsverlauf schreitet aber voran. In einem späteren Krankheitsstadium kommt es zu völliger Desorientiertheit. Zum Beispiel finden sich die betroffenen Kranken in der eigenen Wohnung nicht mehr zurecht oder die Angehörigen werden nicht mehr erkannt.
Ambivalenz ...
... ist das Erleben gegensätzlicher Gefühle, Vorstellungen, Wünsche oder Absichten und führt zu einem angespannten Zustand bis zur Handlungsunfähigkeit. Die Ambivalenz ist ein Symptom der Schizophrenie.
ambulante psychiatrische Pflege ...
... ist die Unterstützung von Menschen mit psychiatrischen Erkrankungen bei der Gestaltung ihres täglichen Lebens (z. B. Hilfe beim selbstständigen Umgang mit Medikamenten). Es handelt sich um ein gemeindeorientiertes Versorgungsangebot und trägt wesentlich dazu bei, dass psychisch kranke Menschen ein eigenständiges Leben in ihrem gewohnten Lebenszusammenhang führen können.
Amnesie ...
... ist eine zeitlich begrenzte Gedächtnislücke (z. B. für den Zeitraum nach dem schädigenden Ereignis).
anankastisch ...
... zwanghaft.
Angsterkrankungen ...
... sind psychische Erkrankungen mit Angst als dominierendem Symptom (z. B. Panikstörung, Sozialphobie, Tierphobie, Klaustrophobie, Agoraphobie).
Angststörungen ...
... können nach verschiedenen Therapieverfahren behandelt werden: Psychotherapie (psychoanalytische Methoden, Kognitive Therapie und Verhaltenstherapie), Entspannungsverfahren wie das Autogene Training und Progressive Muskelentspannung nach Jacobson sowie Biofeedback-Methoden, letztlich auch durch Medikamente (z. B. Antidepressiva).
Anorexia nervosa ...
... nennt man auch die Pubertätsmagersucht. Sie betrifft besonders junge Mädchen und Frauen zwischen dem 10. und 25. Lebensjahr. Die Erkrankung kann durch das zwanghafte Fasten lebensbedrohliche Ausmaße annehmen und endet nicht selten tödlich. Die Behandlung ist sehr schwierig, da eine Krankheitseinsicht fast immer fehlt.
Anpassungsstörungen ...
... sind Reaktionen auf einmalige oder fortbestehende belastende Ereignisse (z. B. Trennungen, Scheidungen, Tod eines Partners, Flucht und Emigration). Es kommt zu unterschiedlichen affektiven Symptomen (u. a. Gefühl der Leere, Freudlosigkeit, Trauer, Angst, depressive Verstimmung) sowie zu sozialer Beeinträchtigung. Die Erkrankung dauert meist nicht länger als 6 Monate.
Antidepressiva ...
... sind eine Klasse von Medikamenten, die überwiegend bei kranken Menschen mit Depressionen, aber auch bei Angst- und Zwangserkrankungen Anwendung finden. Sie wirken in erster Linie stimmungsaufhellend. Nach ihrer biochemischen Struktur sind die Hauptgruppen trizyklische Antidepressiva, MAO-Hemmer und Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmer. Als Nebenwirkungen können u. a. Mundtrockenheit, Schwindel, Kopfschmerz, Müdigkeit und Konzentrationsstörungen auftreten.
Antidepressiva ...
... entfalten ihre Wirkung erst nach zwei bis drei Wochen bei kontinuierlicher Einnahme.
Antriebsmangel ...
... Fehlen oder verminderter Spontanantrieb. Zeigt sich klinisch in Trägheit, Interesselosig- und Gleichgültigkeit. A. kann verschiedene Ursachen haben (Depression, Schizophrenie, Jodmangel, Schilddrüsenunterfunktion, Vitamin-B-Mangel, Chronisches Müdigkeitssyndrom). Gegenteil des A. ist der Antriebsüberschuss (v. a. bei manischer Erkrankung).
Anxiolytika ...
... sind Medikamente, die zur Therapie von Angststörungen eingesetzt werden. Die Hauptgruppe der A. sind die Benzodiazepine, die vor allem angst- und krampflösend, muskelentspannend, beruhigend und schlaffördernd wirken.
Apathie ...
... ist gekennzeichnet durch einen Mangel an Energie und Antrieb, Interesse- und Teilnahmslosigkeit und tritt bei manchen psychischen Erkrankungen auf z. B. bei Autismus, Depressionen, bei fortgeschrittener Demenz, auch bei Anorexia nervosa.
Atypikum ...
... genauer: atypisches Neuroleptikum. Ist eine moderne Klasse von Neuroleptika, die zur Behandlung der Schizophrenie und anderer Psychosen eingesetzt werden (seit den 1950-er Jahren werden „typische Antipsychotika“ wie Haloperidol verwendet). Die neuen Substanzen rufen die typischen Nebenwirkungen der Neuroleptika seltener hervor, insbesondere seltener extrapyramidal-motorische Störungen und Spätdyskinesien.
Ätiologie ...
... die Lehre von den Krankheitsursachen.
Autismus ...
... ist eine Kontaktstörung mit Rückzug in die eigene Vorstellungs- und Gedankenwelt („Ich-Versunkenheit)“. Die betroffenen Kranken leben wie in einer „Privatwelt“ und kapseln sich von der Realität ab. Extrem autistische Kranke nehmen keinen Anteil mehr an ihrer Umgebung.
Belastungsstörungen ...
... treten als Erkrankung nach einmaliger, akuter Belastung auf (zum Beispiel nach einer Operation oder nach Naturkatastrophen), Anpassungsstörungen liegen dann vor, wenn eine länger dauernde Extrembelastung oder entscheidende Lebensveränderung zur Erkrankung geführt hat.
Benzodiazepine ...
... gehören zu der am häufigsten verordneten Arzneimittelgruppe (z. B. als Tranquilizer bei Angst- und Unruhezuständen) Sie wirken angst- und krampflösend, muskelentspannend, beruhigend, leicht stimmungsaufhellend.
Bewusstsein ...
... ist die Gesamtheit aller psychischen Vorgänge, wie Gedanken, Gefühle und Wahrnehmungen.
Beziehungswahn ...
... Äußerungen von anderen Menschen, Dinge und Ereignissen in der Umgebung werden vom Betroffenen wahnhaft auf sich selbst bezogen (z. B. der Glaube, dass Fernsehnachrichten versteckte Botschaften an ihn persönlich enthalten).
Biofeedback ...
... ein Therapieverfahren der Psychotherapie, bei dem biologische Vorgänge von Körperfunktionen (wie z. B. Puls, Hirnströme) dem Bewusstsein des Klienten zugänglich gemacht werden und dieser sie willkürlich zu kontrollieren lernt. Einsatzbereiche in der Psychiatrie: bei Angst- und Panikstörungen, Depressionen, psychosomatische Beschwerden, zur Entspannung.
bipolar ...
... Krankheitsverlauf, bei dem sich manische und depressive Phasen abwechseln (v. a. bei manisch-depressiver Erkrankung).
Borderline-Erkrankungen ...
... zählen zu den Persönlichkeitsstörungen und werden zu 70 % bei Frauen diagnostiziert. Häufigkeit in der Allgemeinbevölkerung: 5 %. Therapeutisch kommen zur Behandlung der Begleitsymptomatik Antidepressiva (SSRI’s) zum Einsatz, Neuroleptika, Lithiumpräparate sowie das Antiepileptikum Carbamazepin. Psychotherapie der Wahl ist die Dialektisch-behaviorale Therapie. Die Suizidrate ist hoch (5 – 10 %).
Bulimia nervosa ...
... umgangssprachlich „Ess-Brech-Sucht“. Beginnt häufig im Jugendalter, jedoch später als die Magersucht. Betroffen sind überwiegend (zu 90 – 95 %) Frauen. Die Prävalenz liegt bei 1 – 3 %. Hauptmerkmal ist das Auftreten von „Fressattacken“, meist gefolgt von selbst herbeigeführtem Erbrechen. Im Gegensatz zur Magersucht sind die betroffenen Patientinnen normalgewichtig und sie wissen auch, dass sie krank sind. Behandlung mittels Psychotherapie.
Burnout-Syndrom ...
... ist eine anhaltende Stressreaktion bei starker beruflicher, aber auch privater Belastung („Ausgebranntsein“, Erschöpfungssyndrom). Symptome: Erschöpfung, Hoffnungslosigkeit, Nervosität, aggressive Impulse, Konzentrationsprobleme, Appetitverlust, Schlafstörungen, Herzbeschwerden, Kopfschmerzen.
Cannabis ...
... ist der lateinische Name der Hanfpflanze und umfasst als Sammelbegriff v. a. die illegalen Rauschmittel Marihuana und Haschisch. Beide gelten als Einstiegsdrogen, auf die später der Konsum von harten Drogen folgen kann.
Clozapin ...
Compliance ...
... (engl., „Einwilligung, Einhaltung“) Gemeint ist eine positive Zusammenarbeit zwischen Betreuern und Patienten, wobei beide Partner das Behandlungsvorgehen mitbestimmen können und sollen und auch weitgehend gleichgestellt sind (z. B. gemeinsame Besprechung der Behandlungsschritte, Einhaltung vereinbarter Kontakte ...). Für Widerstände des Patienten gegen die Behandlung verwendet man dementsprechend das Wort „Noncompliance“.
Cortex ...
... die äußere Schicht des Großhirns, ein Teil der grauen Substanz, wird auch als Gehirnrinde bezeichnet; Sitz der kognitiven Funktionen (u. a. Aufmerksamkeit, Erinnerung, Lernen).
Crack ...
... ist eine Droge, die aus Kokainsalz und Natron hergestellt wird. C. wird geraucht, wirkt extrem schnell (in ein paar Sekunden) und ist die Droge mit dem höchsten psychischen Abhängigkeitspotenzial. Wirkungsspektrum wie bei Kokain.
Déjà-vu ...
... frz. „schon gesehen“, ist eine Erinnerungstäuschung und äußerst sich in dem Gefühl, eine bestimmte Situation früher schon einmal erlebt zu haben. Sie kann bei gesunden Menschen ebenso auftreten (z. B. im Traum) wie nach Alkoholkonsum oder nach Einnahme von halluzinogenen Drogen. Zu erklären ist das Phänomen mit unbewussten Wahrnehmungen oder bereits vergessenen Erlebnissen.
Delire ...
... sind insbesondere gekennzeichnet durch eine Desorientierheit, eine Verkennung der Umgebung, durch Halluzinationen sowie durch Unruhe bis starker Erregung. Die häufigste Ursache des Delirs ist der Alkoholentzug bei Alkoholismus („Alkoholentzugsdelir“ oder „Delirium tremens“).
Delirium tremens ...
... ist die häufigste Alkoholpsychose. Sie tritt nach mehrjährigem Alkoholmissbrauch plötzlich auf und ist immer als lebensbedrohlicher Zustand (z. B. durch Herz-Kreislaufversagen) zu werten.
Demenz ...
... ist ein Sammelbegriff für den Abbau intellektueller Funktionen oder Leistungen.
Demenz-Diagnose…
... Von einer Demenz spricht man, wenn die typische Symptomatik (Abnahme des Gedächtnisses, des Denkvermögens, der Urteilsfähigkeit, des Ideenflusses, der Informationsverarbeitung etc.) mindestens 6 Monate anhält.
Demenz-Hauptrisikofaktor ...
... ist das Lebensalter.
Demenzursachen ...
... sind primär degenerative Erkrankungen (Demenz vom Alzheimer-Typ), Störung der Hirndurchblutung, traumatische Hirnverletzungen, Infektionen, Intoxikationen, Störung der Liquorzirkulation, Vitaminmangelzustände, Tumore.
Depersonalisation ...
... ist eine Form von psychischer Störung, bei der das Gefühl entsteht, dem eigenen Ich fremd, verändert oder unwirklich gegenüberzustehen (z. B. hervorgerufen durch psychotrope Substanzen wie Alkohol, Drogen oder Medikamente, kennzeichnend auch für die Schizophrenie).
Depressionen …
… gehören zu den sogenannten affektiven Störungen und zählen heute zu den häufigsten psychischen Erkrankungen.
Derealisation ...
... sind Entfremdungserlebnisse, bei dem Personen und Objekte um den Betreffenden herum eigentümlich fremd oder unwirklich erscheinen (Beispiel: die Umgebung erscheint plötzlich unvertraut).
Designerdrogen ...
... synthetisch hergestellte Rauschdrogen.
Desorientierung ...
... Ausfall der Orientierung bezüglich Zeit (z. B. Nichtwissen der Jahreszeit), Ort (z. B. Orientierungsverlust in der eigenen Wohnung), Situation (derzeitiger Aufenthalt kann nicht benannt werden) oder der eigenen Person (weiß seinen Familiennamen nicht). Vorkommen bei: psychotischen Erkrankungen, schwerer Demenz, Kohlenstoffmonoxidvergiftung, Schlafentzug, erhöhtem Hirndruck.
Diagnose ...
... ist die Erkennung und systematische Benennung einer Krankheit nach Zusammenfassung der Symptome. Darauf baut die Therapie auf.
Differentialdiagnose ...
... bezeichnet man alle Erkrankungen mit ähnlicher Symptomatik, die neben der eigentlichen (Verdachts-)diagnose ebenfalls in Betracht gezogen werden müssen. Die D. (abgekürzt DD) dient damit zur Unterscheidung und Abgrenzung einander ähnlicher Krankheitsbilder.
Dopamin ...
... ein Neurotransmitter und chemische Substanz, die im Zentralnervensystem Erregungen weiterleitet. Ein übermäßig hoher D.-Spiegel in bestimmten Hirnarealen wird mit den Symptomen der Schizophrenie in Verbindung gebracht; ein Dopaminmangel besteht bei Morbus Parkinson (Absterben von Nervenzellen, die Dopamin herstellen).
DSM-IV ...
... ist die englische Kurzbezeichnung für „Diagnostisches und Statistisches Handbuch psychischer Störungen“. Dieses Klassifikationssystem dient zur Beschreibung psychischer Erkrankungen, u. a. von klinischen Merkmalen, Krankheitsverläufen, Komplikationen. Der Zustand des Patienten muss auf fünf Achsen beurteilt werden (Syndromdiagnose, Persönlichkeitsstörung, körperliche Erkrankung, situativer Auslöser, soziale Adaptation).
Echolalie ...
... Vorkommen bei Autismus, Schizophrenie, Morbus Alzheimer oder geistiger Behinderung; aber auch während der kindlichen Sprachentwicklung; dabei antwortet die betreffende Person durch Nachsprechen vorgesagter Wörter oder Sätze – ohne Rücksicht auf Inhalt und Situation.
EEG ...
... Elektroenzephalografie, eine Methode der medizinischen Diagnostik zur Messung elektrischer Aktivität des Gehirns. Anwendung: zur Diagnose und Verlaufskontrolle der Epilepsie, bei Stoffwechselstörungen, zur Bestimmung der Koma- und Narkosetiefe, in der Schlafmedizin (z. B. im Schlaflabor).
Empathie ...
... bedeutet emotionale Einfühlung in das Erleben des Klienten und ist eine wichtige Voraussetzung für eine erfolgreiche Psychotherapie. Der Therapeut oder Berater versucht dabei, die Gefühle eines Klienten nachzuvollziehen und mitzuerleben.
Essstörungen ...
... zählen nach ICD-10 zu den Verhaltensstörungen mit meist ernsthaften und langfristigen Gesundheitsschäden. Anorexia nervosa („Magersucht“), Bulimia nervosa (Ess-Brech-Sucht), Esssucht, Binge-Eating („Fressattacken“).
Exploration ...
... ist eine Methode in der psychologischen und medizinischen Diagnostik, um die Beschwerden und persönlichen Probleme eines Menschen im Gespräch zu erfassen. Die Fragen richten sich gezielt auf Symptome oder Lebensumstände: z. B. Welchen Beruf üben Sie zur Zeit aus?
extrapyramidal-motorische Symptome ...
... sind Störungen im Bewegungsablauf, die als Nebenwirkung von Neuroleptika auftreten können. Dabei kommt es zu einer Zunahme oder Verminderung der Bewegungen. Symptome wie Zittern, Verkrampfungen und unwillkürliche Bewegungen können die Folge sein.
Familientherapie ...
... eine Form der Psychotherapie, bei der neben der Behandlung des erkrankten Familienmitglieds die Familie als Ganzes in die Therapie einbezogen wird.
Folie à deux ...
... wortwörtlich übersetzt „gemeinsame psychotische Störung“, bezeichnet die Übernahme einer Wahnsymptomatik durch einen emotional nahestehenden (primär nicht kranken) Menschen (z. B. im Rahmen einer Lebensgemeinschaft mit einem Wahnkranken).
Forensische Psychiatrie ...
... ist gleichbedeutend mit gerichtlicher Psychiatrie und befasst sich mit der Betreuung psychisch kranker Straftäter sowie mit rechtlichen Fragen der Psychiatrie (u. a. mit der Testierfähigkeit).
Generalisierte Angststörung ...
... generalisierte und anhaltende Angst, die nicht nur auf bestimmte Situationen oder Objekte begrenzt ist (wie etwa Angst vor der Zukunft oder Gesundheitssorgen). Bei Vollausprägung der Erkrankung ist der Patient nicht mehr in der Lage, seine alltäglichen Aufgaben zu bewältigen. Der Verlauf ist unterschiedlich (Schwankungen, Chronifizierung).
Generikum ...
...ein Medikament, das eine wirkstoffgleiche Kopie eines bereits unter einem Markennamen im Handel befindlichen Arzneimittels ist („Nachahmerprodukt“). Voraussetzung für eine Zulassung ist die therapeutische Gleichwertigkeit zum Originalpräparat.
Geriatrie ...
... Altenmedizin bzw. Altenheilkunde, ist die Lehre von den Krankheiten des alternden Menschen.
Gerontopsychiatrie ...
... ist ein Fachgebiet der Psychiatrie, das sich mit älteren Menschen und ihren psychischen Erkrankungen beschäftigt.
Gerontopsychologie ...
... befasst sich mit dem Erleben und Verhalten, mit der psychischen Gesundheit aber auch der Beeinflussbarkeit von Alterungsprozessen alter Menschen; als Teildisziplin der Psychologie wie auch der Geronotologie zuzuordnen.
Gerotologie ...
... Alter(n)sforschung.
Gesprächstherapie ...
... eigentlich Klientenzentrierte (Gesprächs-)Psychotherapie nach Carl Rogers. Setzt 3 Grundhaltungen des Therapeuten voraus: positive Wertschätzung des Klienten, einfühlsames Verstehen (Empathie), Echtheit (Kongruenz).
Gruppentherapie ...
... sind psychologische Therapieformen, bei denen sich Menschen in der Gruppe meist mit professioneller Gruppenleitung therapieren lassen. Je nach theoretischem Konzept gibt es z. B. psychoanalytische, verhaltenstherapeutische oder klientenzentrierte Gruppenarbeit. Als ideal wird eine Gruppengröße von vier bis zehn Personen angesehen.
Halluzinationen ...
... sind Wahrnehmungsstörungen auf einem bestimmten Sinnesgebiet, ohne dass eine Reizgrundlage vorliegt. Menschen, die halluzinieren, sehen Bilder (optische Halluzinationen) oder hören Stimmen (akustische Halluzinationen), ohne dass diese wirklich vorhanden sind. Das funktioniert auch mit den übrigen Sinnen, denn Halluzinationen kommen auf allen Sinnesgebieten vor (spüren, riechen, schmecken). Man spricht dann eben von taktilen, Geruchs- bzw. Geschmackshalluzinationen.
Halluzinogene ...
... sind natürlich gewonnene oder chemisch produzierte Substanzen, die Halluzinationen auslösen können. Dazu zählen v. a. das LSD, Meskalin (eine Pilzart), Psilocybin (eine Kaktuspflanze), Nachtschattengewächse (z. B. Atropin der Tollkirsche), Inhaltsstoffe des Fliegenpilzes sowie einige synthetisch gewonnene Amphetaminabkömmlinge. Sie sind in der Lage, psychoseähnliche Zustände beim Menschen hervorzurufen.
Hangover ...
... dt. Überhang, wird die morgendliche Müdigkeit und Abgeschlagenheit bezeichnet, die sich nach Einnahme mancher Medikamente einstellen kann (z. B. bei Schlafmitteln). Ist eine unerwünschte Nebenwirkung (Straßenverkehr am nächsten Tag!).
Haschisch ...
... ist das konzentrierte Harz der weiblichen Hanf-Blüten; auch „Dope“ und „Shit“ genannt.
Hausbesuche ...
... haben in erster Linie eine nachgehende, begleitende und betreuende Funktion. Sie bedeuten für den Kranken eine äußerst wertvolle Hilfestellung zu einer altersentsprechenden Lebens- und Haushaltsführung, die neben therapeutischer Behandlung eine Reihe von täglichen Arbeiten wie Raumpflege und hygienische Maßnahmen umfasst.
Herbst-Winter-Depressionen ...
... setzen typischerweise während der Herbst- und Wintertage ein, wenn die Tage kürzer und das natürliche Tageslicht geringer werden. Je nach Schwere der Erkrankung ist fachkundige Behandlung notwendig, vor allem dann, wenn anhaltende Traurigkeit, massive Zukunftsängste und Zweifel am Weiterleben vordergründig werden und damit die Lebensqualität nachhaltig beeinträchtigt ist.
Höheres Lebensalter ...
... wird willkürlich ab dem 65. Lebensjahr definiert. Als „hochbetagt“ gelten in der Regel Menschen ab dem 85. Lebensjahr.
Hypersomnie ...
... gesteigertes Schlafbedürfnis.
Hypnose ...
... ist ein durch Suggestion („Beeinflussung“) herbeigeführter Trance-Zustand, wobei der Hypnotiseur dann mit weiteren Suggestionen versucht, bestimmte Veränderungen bzw. Symptombeseitigungen vorzunehmen.
Hypnotika ...
... Schlafmittel.
ICD-10 ...
... ist eine von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) herausgegebene Einteilung von Krankheiten, die international gültig ist. Die Abkürzung ICD steht für die englische Bezeichnung „International Classification of Diseases“ („Internationale Klassifikation der Krankheiten“) und stellt eines der gebräuchlichsten Diagnosesysteme dar. Kapitel V (F) enthält die Einteilung der psychischen Störungen. Derzeit ist die aktuelle Version die ICD-10.
Individualpsychologie ...
... der Begünder der Individualpsychologie ist Alfred Adler.
Insomnie ...
... Schlaflosigkeit. Zu den Insomnien zählen Einschlafstörungen, Störungen des Durchschlafens sowie morgendliches Früherwachen.
Intoxikation ...
... Vergiftung.
Inzidenz ...
... ist die Neuerkrankungsziffer innerhalb eines bestimmten Zeitraums bei vorher an dieser Krankheit NICHT Erkrankten.
Kachexie ...
... darunter versteht man eine krankhafte, sehr starke Abmagerung (z. B. bei Essstörungen oder als Alterserscheinung – „senile Kachexie“).
Kleptomanie ...
... ist das zwanghafte und damit krankhafte Stehlen von Dingen, die häufig nur geringen Wert besitzen.
Kokain ...
... ist eine Rauschdroge mit hohem Abhängigkeitspotenzial.
Komorbidität ...
... ist das Vorhandensein eines oder mehrerer Krankheitsbilder, die zusätzlich zur Grunderkrankung vorliegen. Eine K. der Depression besteht z. B. mit Angsterkrankungen, Schlaf- und Essstörungen.
Konsiliardienst ...
... fachärztliche Beurteilung im Auftrag eines behandelnden Arztes (z. B. diagnostische und psychopharmakologische Empfehlungen).
Konversionsstörungen ...
... sind Ausfälle der Willkürmotorik, der Sensibilität und des Bewusstseins, die nicht durch körperliche Erkrankungen verursacht werden, sondern die auf psychische Konflikte und Belastungsfaktoren zurückgeführt werden (z. B. psychogene, nicht-epileptische Anfälle).
körperliche Abhängigkeit ...
... ist gekennzeichnet durch Toleranzsteigerung verbunden mit Dosissteigerung des Suchtmittels und Auftreten von Entzugserscheinungen.
Krankheitsgewinn ...
... Vorteile, die ein kranker Mensch aus seiner Krankheit zieht (z. B. von Alltagspflichten entbunden werden, Zugewinn an Aufmerksamkeit).
krankheitsuneinsichtig ...
... bedeutet, dass sich der/die betroffene Kranke krankheitsbedingt nicht als krank wahrnehmen kann (z. B. bei paranoiden Psychosen oder manischer Erkrankung). Erschwert die Therapie.
Krisenintervention ...
... in der psychosozialen Arbeit bedeutet K. die Beherrschung psychiatrischer Notfallsituationen, d. h. die kurzfristige Einflussnahme von außen, wenn sich eine Situation akut bedrohlich zuspitzt („psychiatrische Soforthilfe“). Ziel ist die Überwindung der momentanen Krisensituation und eine Verhinderung einer ungünstigen Weiterentwicklung bzw. Vermeidung einer möglichen Katastrophe.
Leitsymptome von Zwangsstörungen sind ...
... Zwangsgedanken und Zwangshandlungen.
Liaisondienst ...
... fachärztliche Mitbetreuung während eines (Spitals-)aufenthaltes im Auftrag des behandelnden Arztes (z. B. Betreuung des Patienten in psychiatrischen/psychotherapeutischen Fragestellungen).
Life event ...
... ist ein psychologisch bedeutsames Lebensereignis, meist im Sinne einer lebensverändernden Erfahrung (z. B. Tod des Ehepartners, schwerwiegende Erkrankung, Geburt eines Kindes).
Lithium ...
... wird in Form von Salzen (wie Lithiumcarbonat) zur Therapie bei bipolaren Affektstörungen, Manie, Depression und bei Cluster-Kopfschmerz eingesetzt.
Logopädie ...
... Stimm- und Sprachheilkunde. Die L. beschäftigt sich in erster Linie mit Stimmstörungen und Stimmtherapie, mit Sprech- und Sprachstörungen.
Logorrhö ...
... übermäßiger Rededrang, verstärkter Redefluss.
LSD ...
... LysergSäureDiäthylamid, eines der stärksten bekannten Halluzinogene.
Magersucht und Bulimie ...
Während bei der Magersucht (Anorexia nervosa) ein starker Gewichtsverlust durch radikale Diät im Vordergrund steht, ist das Hauptmerkmal der Bulimie (Ess-Brech-Sucht) das wiederholte Auftreten von Essattacken mit anschließend selbst herbei geführtem Erbrechen.
Manie ...
... ist gekennzeichnet durch eine euphorisch-gehobene, ausgelassene, aber auch gereizt und keinen Widerspruch duldende Grundstimmung. Charakteristisch ist, dass die erkrankte Person über eine erhöhte Leistungsfähigkeit und vermehrte Körperkräfte verfügt, kaum Schlaf benötigt, sich anderen überlegen fühlt und ihre Fähigkeiten maßlos überschätzt.
Männer ...
... vertragen im übrigen deshalb mehr Alkohol, weil sie auch mehr Alkoholdehydrogenase – ein alkoholabbauendes Enzym – produzieren.
MAO-Hemmer ...
... Mono-Amino-Oxidase-Hemmer. Ein bestimmter Typ eines älteren Antidepressivums. Findet Anwendung bei Depressionen, Angst-, Panik- und Zwangsstörungen.
Marihuana ...
... oder „Gras“ ist ein Gemisch aus zerriebenen Blättern, Blüten und Stengelstücken der Hanfpflanze.
mnestisch ...
... das Gedächtnis betreffend.
Morgentief ...
... ist ein häufiges Beschwerdebild im Rahmen einer Depression. Das morgendliche Aufstehen bereitet Probleme, verbunden mit Hoffnungslosigkeit, Furcht vor dem Tag, Grübelneigung und tiefer Schwermut.
Negativsymptomatik ...
... auch Minussymptome genannt, sind ein Krankheitszeichen der Schizophrenie, die oft schleichend beginnen und mit einem eher ungünstigen Krankheitsverlauf verbunden sind. Mit zunehmender Krankheitsdauer verstärken sie sich üblicherweise. Beispiele: verminderte Mimik und Gestik, Antriebsmangel, Sprachverarmung, sozialer Rückzug. Die Nebenwirkungen von Neuroleptika können das Vorliegen einer N. imitieren.
Neologismen ...
... sind Wortneuschöpfungen, die in der Alltagssprache nicht vorkommen. Meist werden sie aus Wortteilen zusammengefügt oder völlig neu gebildet. Neologismen können im Traum auftreten, viel häufiger aber im Rahmen von schizophrenen Erkrankungen. Die betroffene Person drückt damit ihre Privatgedanken aus, teilweise kann man sie verstehen lernen (Beispiel: "Kritikalitäten").
Neuroleptika ...
... sind Medikamente, die in erster Linie zur Behandlung von Psychosen (Schizophrenie, manische Erkrankung) eingesetzt werden. Sie werden deshalb auch als Antipsychotika bezeichnet.
Neurose ...
... Sammelbegriff für psychische Erkrankungen wie Zwänge, Ängste und sogenannte funktionelle Störungen, d. h. Symptome, für die keine körperliche Ursache gefunden werden kann.
Neurotransmitter ...
... Überträgerstoffe, die an Nervenendigungen freigesetzt werden (z. B. Serotonin, Noradrenalin).
„niederschwellig“ …
… bezieht sich auf den Zugangsmodus zu psychiatrischen Behandlungseinrichtungen. Den Hilfesuchenden soll es so einfach wie möglich gemacht werden, Behandlung in Anspruch zu nehmen. Das bedeutet im Einzelnen: leichte Erreichbarkeit und Zugänglichkeit des Dienstes, geringe Wartezeiten, kostenlose, auf Wunsch auch anonyme Behandlung.
Panikstörungen ...
... gehören zur Gruppe der Angsterkrankungen und treten ohne sichtbaren Anlass meist plötzlich und anfallsweise auf, verbunden mit ausgeprägten körperlichen Symptomen (Herzrasen, Zittern, Beklemmungsgefühle, Schwitzen, Engegefühl in der Brust, Atemnot, Angst vor Kontrollverlust). Behandlung: verhaltenstherapeutische Psychotherapie, Anxiolytika, Antidepressiva (z. B. SSRI).
paranoid ...
... wahnhaft.
Parathymie ...
... Störung der Affektivität (z. B. Lachen bei traurigen Anlässen).
Parästhesie ...
... ist eine meist nicht schmerzhafte Empfindung im Versorgungsgebiet eines Hautnerven (z. B. Kribbeln, Jucken oder Taubheit) ohne einen dadurch ausgelösten Reiz. Sie kann bei Alkoholkrankheit auftreten oder z. B. als Nebenwirkung von Medikamenten, bei Multipler Sklerose sowie bei Diabetes mellitus.
Perseveration ...
... ist die krankhafte Wiederholung gleicher Denkinhalte und das beharrliche Haftenbleiben an (vorherigen) Wörtern in einem unpassenden Zusammenhang. Sie tritt meist auf bei der Alzheimer-Krankheit, bei Autismus, Schizophrenie und hirnlokalen Psychosyndromen wie dem Korsakow-Syndrom und gehört zu den formalen Denkstörungen.
Persönlichkeitsstörungen ...
...unterscheiden sich hinsichtlich der Suizidhäufigkeit erheblich. Während bei Patient(inn)en mit Borderline-Erkrankung die Suizidrate bei fast 10 % liegt, beträgt sie z. B. für Menschen mit Paranoider Persönlichkeitsstörung weniger als 1 %.
Persönlichkeitsstörungen ...
... sind bestimmte Verhaltensmuster von bzw. Veränderungen im Wesen eines Menschen, die im Lebensvollzug zu Beeinträchtigungen führen (persönlicher Leidensdruck, Probleme im Sozialverhalten). Je nachdem, welches Persönlichkeitsmerkmal eine Extremausprägung erfährt, unterscheidet man verschiedene Formen (z. B. die paranoide, schizoide, emotional instabile, ängstliche, histrionische oder zwanghafte). Die Krankheit beginnt bereits in der Kindheit oder Pubertät. Als Ursachen werden genetische, hirnorganische und entwicklungspsychologische Faktoren genannt. Sie sind prinzipiell behandelbar.
Phobien ...
Plussymptome ...
... auch Positivsymptome, sind ein Krankheitszeichen der Schizophrenie, die eine Übersteigerung darstellen, z. B. Wahnideen, Halluzinationen, motorische Unruhe. Der Krankheitsverlauf ist hierbei eher günstig.
Poriomanie …
… (Fugue, Flucht) ist eine Impulsstörung, bei der es zu einem dranghaften Weglaufen und ziellosem Umherwandern kommt. Als Symptom tritt es unter anderem im Jugendalter auf, bei Wahnerkrankungen, schizophrenen Erkrankungen sowie bei altersbedingten Demenzen.
postnatale Depression ...
... beschreibt ein nach der Geburt auftretendes depressives Zustandsbild („Wochenbettdepression“). Zu den Leitbeschwerden zählen Gefühle von Schuld, häufiges Weinen, Niedergeschlagenheit, starke Ängste und ambivalente Gefühle dem Kind gegenüber.
Posttraumatische Belastungsstörung ...
... ist eine verzögert auftretende Reaktion auf ein belastendes Ereignis (z. B. auf Gewaltandrohungen, Krieg, schwerwiegende Verluste), die erhebliche Belastungssymptome hervorruft. Charakteristisch sind Alpträume, Schlafstörungen und das immer wiederkehrende Nacherleben der traumatisierenden Situation („Flashbacks“). Von einer PTBS spricht man ab einer Dauer von einem Monat.
Prävalenz ...
... ist die Zahl der Kranken mit einer bestimmten Krankheit zu einem bestimmten Zeitpunkt bzw. der Bestand einer Krankheit in einem bestimmten Zeitraum.
Prävention ...
... sind vorbeugende Maßnahmen, um ein unerwünschtes Ereignis oder eine unerwünschte Entwicklung zu vermeiden (z. B. Suchtprävention). In der Medizin meint P. die Gesamtheit aller Maßnahmen zur Gesundheitsvorsorge (z. B. Krankheitsvorbeugung; Ausschaltung von Risikofaktoren, Vorsorgeuntersuchungen, Begrenzung von Krankheitsfolgen).
Probanden ...
... werden Individuen genannt, mit denen eine Testung oder eine Untersuchung durchgeführt wird.
Prognose ...
... in der Medizin: die Einschätzung des Krankheitsverlaufs. Die P. kann sich im Verlauf einer Erkrankung durch die Behandlung ändern.
PSI ...
... ist die Abkürzung für PsychoSoziale Information. Eine allgemeine Informationsstelle der PSYCHOSOZIALEN DIENSTE IN WIEN, die bei psychiatrischen Fragen und Problemen telefonisch weiterhilft (Tel.: 01/313 30).
Psychische Abhängigkeit ...
... ist definiert als unwiderstehliches Verlangen, eine bestimmte Droge immer wieder einzunehmen. Für eine körperliche (physische) Abhängigkeit ist das Auftreten einer Toleranzentwicklung (Dosissteigerung) typisch sowie Entzugserscheinungen (Zittern, Frieren, Schwitzen, Übelkeit, schneller Herzschlag, Schlafstörungen, aggressives Verhalten).
Psychische Erkrankungen ...
... entwickeln sich relativ häufig. Laut Studien sind 31 % aller Menschen einmal im Jahr davon betroffen, d. h. jede(r) Dritte im Alter von 18 bis 65. Für Gesamteuropa bedeutet das, dass 80 Millionen Menschen im Jahr an einer psychischen Erkrankung leiden.
Psychoedukation ...
... Schulung von Menschen, die an einer psychischen Erkrankung leiden oder mitbetroffen sind. Ziel ist, die Krankheit besser zu verstehen und besser mit ihr umgehen zu können (Themen: Rückfallvorbeugung und -risiko, Einblick in die Ursachen und Wirkungen der Krankheit, emotionale Entlastung, Unterstützung bei der medikamentösen oder psychotherapeutischen Behandlung).
psychogen ...
... durch seelische Vorgänge entstanden, von der Psyche ausgehend, psychisch verursacht (z. B. „p. Ursachen einer Erkrankung“).
Psychopharmaka ...
... umfassen die folgenden Medikamentengruppen: Neuroleptika (gegen Wahnideen, Halluzinationen, starke Angstzustände), Tranquilizer (Beruhigungsmittel), Hypnotika (Schlafmittel), Antidepressiva (gegen Depressionen), Lithium, Carbamazepin und Valproinsäure (z. B. zur Behandlung manischer Symptome).
Psychose ...
... eine Gruppe psychischer Erkrankungen, verbunden mit einem zeitweiligen Verlust des Realitätsbezugs: Manie, Schizophrenie, wahnhafte Störungen, exogene P. hervorgerufen durch Schädel-Hirn-Traumata, schizoaffektive P., bipolare Störungen (Depression/Manie).
psychosozial ...
... die sozialen Gegebenheiten aus psychologischer Sicht gesehen oder psychische Merkmale, die durch soziale Gegebenheiten bedingt sind.
psychosoziale Therapie ...
... eine Behandlung, die darauf abzielt, die sozialen Fähigkeiten des Patienten zu stärken, um die Wiedereingliederung zu fördern.
Pyromanie ...
... pathologische Brandstiftung.
Regression ...
... Zurückschreiten auf eine frühere, niedrigere Entwicklungsstufe bzw. Wiederauftreten von kindlichen Verhaltensmustern. Beispiele regressiven Verhaltens: Trotzverhalten, Suche nach Versorgung, Weinerlichkeit, Rückzug. Begriff aus der Psychoanalyse. Ein Abwehrmechanismus, läuft somit überwiegend unbewusst ab, dient der Stabilisierung des psychischen Gleichgewichts.
reversible Demenzen …
… werden beispielsweise durch Alkohol- und Medikamentenvergiftungen, Stoffwechselstörungen, aber auch durch Mangelernährung (z. B. Vitamin B12-Mangel) oder Depressionen verursacht.
Rezidiv ...
... ist das Wiederauftreten einer Erkrankung („Rückfall“).
Schlafstörungen ...
... nehmen mit dem Lebensalter zu.
Schizoaffektive Erkrankung ...
... Bei der schizoaffektiven Erkrankung treten gleichzeitig oder abwechselnd Symptome einer Depression bzw. Manie und einer Schizophrenie auf.
Schizophrenie ...
... gehört zu den eher seltenen psychischen Erkrankungen. Sie tritt 1 % weltweit auf.
... kommt im Laufe des Lebens bei etwa 0,6 % der Bevölkerung vor, bei weiter gefasster Definition der Erkrankung sind knapp 1,5 % der Bevölkerung im Laufe ihres Lebens davon betroffen. (aus: Der Österreichische Schizophreniebericht 2008)
... durch Denk-, Gefühls- und Wahrnehmungsstörungen geprägte Psychose, wobei verschiedene symptomatische Erscheinungsformen unterschieden werden wie Wahn, Halluzinationen, Denkstörungen, Ich- und Affektstörungen sowie psychomotorische Mängel.
Schizophrenie-Begriffe ...
... wird auch unter den Begriffen schizophrene Psychose sowie unter den veralteten Namen Dementia praecox oder Morbus Bleuler geführt.
Schizophrenien ...
... werden schwerpunktmäßig behandelt mit medikamentöser Therapie (Neuroleptika) sowie mit anschließenden psycho- und soziotherapeutischen Maßnahmen.
Schlafprobleme ...
.... gehören zu den meistgenannten Beschwerden bei Arztbesuchen. Die schlafgestörten Personen klagen am häufigsten über Einschlafstörungen, gefolgt von Durchschlafstörungen und morgendlichem Früherwachen.
Schub ...
... Bezeichnung für eine einzelne Krankheitsepisode im Rahmen einer schizophrenen Erkrankung. Dabei schreitet der Krankheitsprozess nicht gleichmäßig, sondern stufenförmig in ungleichmäßigen Sprüngen fort.
Schuldwahn ...
... die wahnhafte Überzeugung, schwere Schuld auf sich geladen zu haben. Auch Versündigungswahn genannt. Typisches Symptom bei endogener Depression.
Sedativa ...
... Beruhigungsmittel.
selbstschädigendes Verhalten ...
... kommt besonders häufig bei Borderline-Störung vor.
Serotonin ...
... ist ein Neurotransmitter und Gewebshormon. S. kann gefäßverengend wirken, regt die Darmperistaltik an und wirkt im Zentralnervensystem. Ob ein Sorotoninmangel im Gehirn Depressionen, bipolare Störungen und Angststörungen verursachen kann, ist noch umstritten.
Sigmund Freud ...
... ist der Begründer der Psychoanalyse.
Somnolenz ...
... Benommenheit mit abnormer Schläfrigkeit. Gilt als leichte Form der Bewusstseinstrübung. In der Hypnose wird mit S. das leichteste Stadium hypnotischer Trance benannt.
Sopor ...
... eine Form der Bewusstseinsminderung, bei der sich der Patient in einem schlafähnlichen Zustand befindet (lat. „tiefer Schlaf“). Nur starke Reize können ihn wecken (z. B. Schmerz-reize). Ein volles Erwecken des Patienten ist meist nicht mehr möglich. Die Reflexe sind erhalten, der Muskeltonus herabgesetzt. Vorkommen: z. B. bei fieberhaften Erkran-kungen und Schädel-Hirn-Traumata.
soziale Heilung ...
... Heilung einer (psychischen) Krankheit, die auch eine soziale Wiedereingliederung mit ein schließt.
soziale Phobien ...
... beziehen sich auf die anhaltende Angst vor Situationen, in denen die Person sich dem Blick von anderen ausgesetzt fühlt und auf die Befürchtung der Bewertung durch andere Menschen (z. B. beim Essen oder Trinken in der Öffentlichkeit, beim Sprechen in kleineren Gruppen).
Soziotherapie ...
... ist jede Behandlung, die sich in erster Linie um die zwischenmenschlichen Beziehungen und die Umgebung eines psychisch Kranken bemüht.
Spätdyskinesie ...
... sind Bewegungsstörungen (beispielsweise Grimassieren), die als mögliche Folge nach längerem Gebrauch von Neuroleptika auftreten können.
spezifische Phobien ...
... zeigen als Hauptmerkmal eine deutliche Angst vor einem bestimmten Objekt oder einer Situation (z. B. Tierphobien oder Höhenängste), die meistens vermieden werden. Gleichzeitig weiß der Betroffene, dass die Ängste übersteigert oder unvernünftig sind.
SSRI ...
... steht für Selektiver Serotonin-Wiederaufnahmehemmer, ein Arzneimittel mit antidepressiver Wirkung, das die Serotonin-Konzentration in der Gewebeflüssigkeit des Gehirns erhöht. Bekannte SSRI-Wirkstoffe sind Fluoxetin, Fluvoxamin, Paroxetin, Sertralin, Citalopram und Excitalopram. Eingesetzt werden sie zur Behandlung von Depression, Angst- und Zwangsstörungen.
Stimmenhören ...
... Sinnestäuschungen im akustischen Bereich („akustische Halluzination“), eine häufige Form bei schizophrenen Erkrankungen (z. B. beleidigende, gedankenkontrollierende oder befehlende Stimmen).
Stupor ...
... motorische Bewegungslosigkeit. Der ganze Körper befindet sich in einem Starrezustand (waches Bewusstsein, keine Beweungen oder nur langsame, Nahrung wird nicht oder nur unter pflegerischer Hilfe aufgenommen, trotz Wachheit – kein Reagieren auf Kommunikationsversuche). Vorkommen: bei schwerer Depression, schizophrenen Psychosen, stuporähnliche Zustände auch als Nebenwirkung von Medikamenten.
Stressor ...
... körperlicher oder seelischer Reiz, der Stress verursacht oder auslöst.
subdepressiv ...
... bezeichnet leichte depressive Zustände.
Sucht ...
... ist das zwanghafte Bedürfnis bzw. der unwiderstehliche Drang nach bestimmten Stoffen oder Verhaltensformen (u. a. Heroinsucht, Internetsucht). Nach Empfehlungen der WHO soll der Begriff „Abhängigkeit“ heute den älteren Begriff der „S.“ ersetzen.
Sucht und Suchtverhalten ...
... sind nicht immer an chemische Suchtmittel gebunden. Es gibt auch die so genannten stoffUNgebundenen Süchte oder Verhaltenssüchte. Darunter fallen die Arbeits- und Kaufsucht, die Internetsucht, zwanghaftes Glücksspiel oder krankhaftes Stehlen.
Suizid ...
... Selbsttötung.
Suizidgedanken ...
... sind immer direkt und gezielt zu erfragen. Bereits das Ansprechen der Suizidgefährdung führt zu merkbarer Entlastung beim Kranken.
Suizidhandlungen ...
... gehören zu den häufigsten und schwerwiegendsten psychiatrischen Notfallsituationen.
Suizidrisiko ...
... ist erhöht, wenn bereits frühere Suizidversuche unternommen oder angekündigt wurden.
Symptom ...
... ein einzelnes Krankheitszeichen.
Syndrom ...
... ein Symptomenkomplex, d. h. das gleichzeitige Vorliegen veschiedeneer Merkmale (Symptome) mit meist einheitlicher Ursache (wie Burnout-Syndrom, Tourette-Syndrom, Apallisches Syndrom).
Tageskliniken ...
... sind halbstationäre Einrichtungen, da sich die betroffenen Kranken nur tagsüber dort aufhalten und betreut werden, während sie den Rest des Tages, die Nacht und das Wochenende zu Hause verbringen. Die Tageskliniken werden im allgemeinen durch einen Arzt geleitet. Der Tagesablauf wird durch verschiedene therapeutische Programme strukturiert, beispielsweise durch Beschäftigungs-, Arbeits- oder Psychotherapie. Somit verbindet die Tagesklinik die Vorteile einer ambulanten Behandlung und einer stationären Einrichtung. Die Tagesklinik soll die Patienten – eventuell nach längeren Krankenhausaufenthalten – zurück ins Alltagsleben führen und sie langsam wieder daran gewöhnen.
Tic ...
... ist eine kurze, unwillkürlich motorische Kontraktion einzelner Muskeln oder Muskelgruppen (z. B. Augenblinzeln, Grimassieren, Ausstoßen obszöner Worte). Meist seelisch ausgelöst, seltener organisch.
Toleranz ...
... in der Psychiatrie bedeutet eine veränderte Stoffwechsellage, in die der Körper bei längerer Gewöhnung an ein Suchtmittel gerät und schließlich zu körperlicher Abhängigkeit führt.
Toleranzentwicklung heißt ...
... dass der süchtige Mensch immer höhere Dosen des Mittels braucht, um den gleichen Effekt zu erzielen (z. B. bei Alkohol). Man spricht auch von Dosissteigerung.
Tourette-Syndrom ...
... Gilles-de-la-Tourette-Syndrom, ist eine neurologisch-psychiatrische Erkrankung. Typisch ist ein Auftreten von Tics. Beginn im Kindesalter. Der Verlauf ist chronisch, nur bei manchen Patienten verschwinden die Auffälligkeiten im Laufe der Jahre vollständig.
toxisch ...
... aus dem griech. toxiko-, Wortteil mit der Bedeutung Gift, giftig (z. B. Begriff Intoxikation = Vergiftung).
Tranquilizer ...
... umfassen Psychopharmaka, die eine angstlösende und beruhigende Wirkung aufweisen („Beruhigungsmittel“). Sie werden auch Anxiolytika bezeichnet und v. a. zur Behandlung von Angst- und Spannungszuständen eingesetzt. Als wesentliche Gruppen unterscheidet man Benziodiazepine, niedrig dosierte Neuroleptika mit schwacher Wirkstärke sowie auch pflanzliche Sedativa (z. B. Baldrian oder Johanniskraut).
Tremor ...
... Zittern. Kann verursacht werden durch Medikamente oder durch eine Erkrankung wie z. B. Alkoholismus oder Morbus Parkinson. Nicht jeder Tremor ist krankhaft (physiologischer Tremor).
Trichotillomanie ...
... ist der wiederholte Impuls, sich die Haare an verschiedenen Körperstellen auszureißen. Meist daran zu erkennen, dass die Haare an untypischer Stelle dünner werden oder gänzlich fehlen. Üblicherweise beginnt diese Störung in der Kindheit.
Verarmungswahn ...
... die betroffene Person fühlt sich arm, oder fürchtet, dass die finanzielle Lebensbasis bedroht oder verloren gegangen ist, obwohl dafür keinerlei Hinweise von der Umwelt wahrzunehmen sind bzw. die finanzielle Situation unverändert ist.
Verdrängung ...
... ist in der Psychoanalyse ein Abwehrmechanismus und kommt bei jedem Menschen vor. Es werden dabei tabuisierte oder bedrohliche Triebwünsche (z. B. Aggressionen) aus dem Bewusstsein abgedrängt. Ziel ist die Vermeidung von Angst und Unlust. Die Unbewusstmachung bedeutet aber nicht Auslöschung, sondern das Verdrängte bleibt im Unbewussten weiterbestehen.
Versorgungsforschung ...
... ist ein Teilgebiet der Gesundheitssystemforschung und beschäftigt sich mit der Krankenversorgung und Sicherstellung bedürfnisgerechter Hilfen (Krankenhäuser, ambulante Dienste, niedergelassene Fach- und Praktische Ärzte).
Vigilanz ...
... Wachheit. Gegenteil von Schlaf.
Wahn ...
... ist eine Erkrankung, für die Ideen, Überzeugungen oder Vorstellungen charakteristisch sind, die keine äußere Ursache haben und keinen Realitätsbezug. Bei der Depression kann zum Beispiel ein Verarmungswahn auftreten.
Wohnen bei psychischer Krankheit ...
... gilt als wesentliches Kriterium, wenn es um die Bewertung des Behandlungsfortschrittes geht. Damit ein Patient außerhalb des stationären Bereichs in einer eigenen Wohnung leben kann, wird vielfach nur durch nachgehende Betreuung am Wohnort (Hausbesuche) ermöglicht. Das Ausmaß der Unterstützung orientiert sich dabei jeweils an den Bedürfnissen des Kranken.
Zönästhesien ...
... Sinnestäuschungen im Bereich der Körperwahrnehmung (Körpermissempfindungen, z. B. Kribbelgefühl). Sie treten bei Hypochondrie, bei neurologischen Erkrankungen oder etwa bei Schizophrenie auf.
zu spät erkannt ...
Während des mittleren bis höheren Lebensalters sind Gedächtnisschwierigkeiten und Aufmerksamkeitsstörungen oftmalige Erscheinungen des natürlichen Alterungsprozesses. Dies mag ein Mitgrund sein, dass Demenzerkrankungen zu spät erkannt und die erstmalige medizinische Abklärung viel zu spät erfolgt.
Zwangshandlungen ...
... sind immer wieder ausgeführte Tätigkeiten (z. B. Kontroll-handlungen, die sich auf Elektrogeräte oder Türschlösser beziehen), die von den Betroffenen als unsinnig und unnütz erlebt werden, die aber nur schwer unterdrückt werden können.
Zwangsstörung ...
... ist eine Krankheit, bei der sich bestimmte Gedanken, Handlungen oder Verhaltensweisen aufdrängen und immer wieder ausgeführt werden müssen, obwohl sie der Betreffende als unsinnig und quälend empfindet. Hauptsymptomatik sind Zwangsgedanken (z. B. bildhafte, ungewollte Vorstellungen) und Zwangshandlungen (z. B. Zähl-, Putz- und Kontrollzwang). Werden sie unterdrückt, verstärkt sich die Angst beim Kranken. Die Behandlung erfolgt durch Verhaltenstherapie und durch antidepressive Medikamente.
Zwangsstörungen beginnen meist in der Pubertät und im frühen Erwachsenenalter. Ca. 95 % aller Zwänge zeigen sich erstmals vor dem 40. Lebensjahr.
