Depression und Manie

Depressionen gehören weltweit zu den häufigsten seelischen Krankheiten überhaupt. Die Depression ist nicht nur eine vorübergehende traurige Verstimmtheit, sondern eine psychische Störung, die eine medizinische Behandlung erfordert.
verzweifelte Frau

Damit von einer Depression im Sinne einer Krankheit gesprochen werden kann, müs­sen von den drei Hauptsymptomen (1. gedrückte Stimmung, 2. Interesse- und Freudlosig­keit, 3. erhöhte Ermüdbarkeit) wenigstens zwei über mindestens 2 Wochen bestehen.
In dieser Zeit können sich die Betroffenen selbst nicht mehr positiv wahrnehmen und sind von vielerlei Arten negativer Gefühle bestimmt: Schuldgefühle, Gefühle von Wert- und Hilf­losigkeit. Viele Betroffene empfinden Zukunftsängste.
Ferner deuten auch Schlafstörungen, Appetitverlust und verringertes sexuelles Interesse auf eine Depression hin. Selten ist auch das Gegenteil anzutreffen (gesteigertes Schlafbedürfnis, Gewichtszunahme).
Die Kranken ermüden rasch, wirken verlangsamt, sind kaum belastbar und verlieren das Interesse an alltäglichen Dingen. Vielen von ihnen fällt es schwer, selbst einfache Entschei­dungen zu treffen.
Depressionen gehen häufig auch mit vielfältigen körperlichen Beschwerden einher (Kopf- und Rückenschmerzen, Magen-, Darm- und Herzbeschwerden, muskuläre Verspannungen, Übel­keit, Schwindel, Ohrgeräusche).
Ein besonders gefährliches Problem ist die Selbstmordneigung. Äußerungen, die auf einen eventuellen Selbstmord hinweisen, sind unbedingt ernst zu nehmen.
Die Ursachen der Depression sind nicht vollständig geklärt. Genetische Faktoren spielen eine Rolle, wie auch hormonelle Umstellungen (z. B. Wochenbett, „Wechseljahre“), körperli­che Erkrankungen, Todesfälle und Trennungen, belastende Konflikte sowie Defizite be­stimm­ter Botenstoffe im Gehirn.
Eine wirksame Therapie stützt sich auf stimmungsaufhellende Medikamente, psychothera­peu­tische Verfahren, Lichttherapie sowie auf eine Schlafentzugsbehandlung.

Die Manie ist dem Krankheitsbild der Depression genau entgegengesetzt: unbegründet ge­hobene Stimmung, Bewegungs- und Tatendrang, vermehrter Redefluss, fehlende Müdigkeit und vermindertes Schlafbedürfnis, aber auch Reizbarkeit und Aggression. Sie tritt nur selten isoliert auf, denn meist wechseln sich depressive und manische Phasen ab, was als bipolare Erkrankung (früher: manisch-depressive Störung) bezeichnet wird.
Die Manie muss vor allem deshalb rasch und gezielt behandelt werden, da ansonsten finanzielle („Kaufrausch“), berufliche und familiäre Schäden drohen. Es besteht in der Regel keine Krankheitseinsicht.