Persönlichkeitsstörungen

Was sind Persönlichkeitsstörungen?

Persönlichkeitsstörungen sind komplexe psychische Erkrankungen, die mit vielen Vorurteilen behaftet sind. Sie sind Extremausprägungen bestimmter Persönlichkeitsmerkmale und liegen dann vor, wenn die Betroffenen selbst sehr darunter leiden und in der Bewältigung ihres Lebens beeinträchtigt werden. Außerdem kann es zu Irritationen und Konflikten mit anderen Menschen kommen. So wie es verschiedene Persönlichkeiten gibt, können auch Persönlichkeitsstörungen verschiedene Formen annehmen. Als Ursachen werden sowohl genetische und hirnorganische als auch frühkindliche Entwicklungs- und Erziehungsfaktoren angeführt.

Anzeichen und Symptome

Zu den häufigsten Persönlichkeitsstörungen zählt insbesondere die emotional instabile Persönlichkeitsstörung. Deren Symptome umfassen eine schwankende Stimmungslage, mangelnde Impulskontrolle (impulsiver Typus) sowie das Gefühl innerer Leere. Häufig sind auch Selbstverletzungen und andere selbstschädigende Verhaltensweisen (Borderline Typus). Bei den meisten Betroffenen haben schwerwiegender Missbrauch oder emotionale Vernachlässigung zu dieser Erkrankung geführt. Weitere Persönlichkeitsstörungen (PS) sind, unter anderem: paranoide PS (Merkmale: leichte Kränkbarkeit, Neigung zu Misstrauen), dissoziale PS (insb. Missachtung sozialer Normen, Neigung zu delinquentem Verhalten, Missbrauch von Alkohol und Drogen), histrionische PS (insb. starkes Ausdrucksverhalten, großes Bedürfnis nach Aufmerksamkeit), narzisstische PS (insb. Selbstüberschätzung, Bedürfnis nach ständiger Bewunderung).

Behandlungsmöglichkeiten

Persönlichkeitsstörungen sind therapierbar. Die Behandlung umfasst jedoch längere Zeiträume. Es empfiehlt sich grundsätzlich eine ambulante Psychotherapie bei einer pädagogischen und soziotherapeutischen Vorgehensweise sowie gegebenenfalls eine medikamentöse Behandlung. Dabei gibt es für die meisten Störungsformen eigene Behandlungskonzepte, die die jeweiligen Besonderheiten berücksichtigen.

Unterstützung für Angehörige und das Umfeld

Die Beteiligung der Angehörigen in der Behandlung und Betreuung der Betroffenen ist äußerst wichtig. Denn Persönlichkeitsstörungen können soziale Beziehungen nachhaltig beeinträchtigen. Deshalb empfiehlt es sich, Angehörige darin zu unterstützen, das Verhalten der Betroffenen und ihren möglichen Einfluss darauf zu verstehen. Wir bieten Angehörigen Information, Beratung und Unterstützung in Form von Gesprächen oder Angehörigengruppen.