Depression

Was ist Depression?

Die Depression gehört weltweit zu den häufigsten psychischen Erkrankungen, an der etwa jeder fünfte Mensch im Laufe des Lebens erkrankt. Die Erkrankung darf nicht mit einer vorübergehenden Niedergeschlagenheit verwechselt werden: Bei Depressionen sind die Symptome intensiver, dauern über einen längeren Zeitraum an und treten oft ohne ersichtlichen Grund auf. Für die Entstehung sind meist mehrere Faktoren verantwortlich: (neuro)biologisch-genetische Faktoren, hormonelle Umstellungen (z.B. nach Schwangerschaft, Wechseljahre), kritische Lebensereignisse und Konflikte, körperliche Erkrankungen sowie die persönlichen Fähigkeiten, mit Belastungen umzugehen.

Anzeichen und Symptome

Die Betroffenen leiden an gleichbleibend gedrückter Stimmung, Antriebslosigkeit und rascher Ermüdung sowie Interesse- und Freudlosigkeit. Weitere Symptome können mangelnde Konzentrationsfähigkeit, Minderwertigkeits- und Schuldgefühle, Gefühle innerer Leere, Suizidgedanken, pessimistische Zukunftsaussichten und innere Unruhe sein. Auch körperliche Beschwerden wie Appetitlosigkeit, Schlafstörungen oder Schmerzen sind häufig. Bei Männern äußern sich Depressionen zusätzlich oft durch Gereiztheit, Aggressionen oder Suchtmittelkonsum. Bei der Bipolaren Störung folgen gegensätzliche Stimmungsphasen aufeinander: Depressive Episoden wechseln sich mit manischen ab, die durch gehobene Stimmung, Bewegungs- und Tatendrang, übersteigertes Selbstbewusstsein, geringen Schlafbedarf, aber auch Reizbarkeit gekennzeichnet sind.

Behandlungsmöglichkeiten

Depressionen können sehr wirksam und in den meisten Fällen ambulant behandelt werden. Die beiden wichtigsten Säulen der Therapie sind Antidepressiva (also stimmungsaufhellende Medikamente) und Psychotherapie, die in vielen Fällen kombiniert werden. Antidepressiva sind insbesondere bei schweren Depressionen unverzichtbar. Sie zeigen meist erst nach zwei bis sechs Wochen ihre Wirkung und sollten keinesfalls ohne ärztliche Absprache abgesetzt oder in der Dosis verringert werden. Ziel der Psychotherapie ist es, die Symptome zu lindern bzw. zu beseitigen, ungünstige Verhaltensmuster und Einstellungen zu ändern sowie die persönliche Entwicklung und Gesundheit zu fördern.

Unterstützung für Angehörige und das Umfeld

„Reiß dich mal zusammen!“ – Aufforderungen wie diese sind für die Betroffenen nicht sehr hilfreich und können deren Schuldgefühle sogar verstärken. Warnsignale für Suizidabsichten sind in jedem Fall ernst zu nehmen. Wichtig ist es, offen darüber zu sprechen und im Notfall professionelle Hilfe zu verständigen. Angehörige können in der Behandlung und Betreuung der Betroffenen eine große Stütze sein, sind jedoch häufig überfordert. Um sie bestmöglich zu begleiten, bieten wir Information, Beratung und Unterstützung in Form von Gesprächen oder Angehörigengruppen.