Demenzen

Was sind Demenzen?

Die Demenzen gehören, gemeinsam mit den Depressionen, zu den häufigsten psychischen Erkrankungen im höheren Lebensalter. Die meisten Demenzen entstehen durch Erkrankungen des Gehirns. Dabei ist die Alzheimer-Krankheit am häufigsten, gefolgt von den vaskulären (gefäßbedingten) Demenzen. Die Frontotemporale Demenz (auch Pick-Krankheit genannt) tritt auch im jüngeren Lebensalter häufig auf. Weitere Demenzformen sind die Demenz bei Morbus Parkinson und die Lewy-Körperchen-Demenz. Daneben gibt es auch die sogenannten sekundären Demenzen, die durch Medikamente, langjährigen Alkoholmissbrauch, Stoffwechselstörungen und Mangelernährung ausgelöst werden können. Demenzerkrankungen verlaufen in mehreren Stadien und erstrecken sich über viele Jahre, in denen sich die Krankheitsmerkmale immer mehr verstärken.

Anzeichen und Symptome

Aufgrund der vielen unterschiedlichen Ursachen äußern sich auch die Symptome der Demenzen sehr unterschiedlich. Das erste und häufigste Symptom ist die fortschreitende Verschlechterung der Gedächtnisleistungen. Grundsätzlich betreffen aber die Hauptsymptome der Demenz nicht nur den kognitiven Bereich (Verschlechterung von Gedächtnis, Aufmerksamkeit, Orientierung, Sprache, Denkvermögen). Auch psychische Symptome (Stimmungsveränderungen, Schlaflosigkeit, Wahnvorstellungen, Misstrauen, Halluzinationen) und Verhaltensauffälligkeiten (Unruhe, Aggression, Streitsucht, Verdächtigungen anderer, rastloses Herumlaufen, Misstrauen, Apathie) sind häufig. Da sich diese Krankheitsmerkmale immer mehr verstärken, finden sich die Betroffenen im Alltag nicht mehr zurecht, sie werden unselbstständig und von fremder Hilfe abhängig, bis hin zu schwerster Pflegebedürftigkeit. Für pflegende Angehörige ist die Situation ganz besonders belastend.

Behandlungsmöglichkeiten

Zwar ist eine Heilung für die Betroffenen zurzeit noch nicht möglich. Jedoch hilft ein frühzeitiges Erkennen sowie medikamentöse und nicht-medikamentöse Therapieverfahren, das Voranschreiten der Symptome und Belastungen zu verringern und die Lebensqualität möglichst lange zu erhalten. Zu den nicht-medikamentösen Therapieverfahren zählen, unter anderem, Alltagstraining, Bewegungs- und Musiktherapie sowie Hilfe bei der persönlichen Pflege und Hygiene. Die sogenannten sekundären Demenzen können mitunter geheilt werden, wenn die zugrunde liegende Erkrankung früh genug behandelt wird.

Unterstützung für Angehörige und das Umfeld

Eine psychische Erkrankung im hohen Lebensalter ist nicht nur für die direkt Betroffenen mit viel Leid verbunden. Die Demenzerkrankung betrifft in hohem Maße auch deren (meist pflegende) Angehörige und Betreuende. Deshalb ist für die Behandlung ein umfassendes therapeutisches Konzept erforderlich, das die Belastungen der Angehörigen und Betreuenden berücksichtigt und diesen eine besondere Information, Beratung und Unterstützung bietet.