Angststörungen

Was sind Angststörungen?

Angststörungen gehören, gemeinsam mit der Depression, zu den häufigsten psychischen Erkrankungen. Grundsätzlich ist die Angst ein sehr nützliches Gefühl, da sie uns vor Gefahren warnt und schützt. Bei Angststörungen dagegen lässt die Angst nicht mehr nach und wird übermäßig, wird durch Harmloses oder sogar grundlos ausgelöst und/oder beeinträchtigt das Alltagsleben. Die Ursachen von Angststörungen sind sehr vielfältig. Wahrscheinlich ist eine Kombination aus genetischer Vorbelastung, neurobiologischen Faktoren, negativen Lebensereignissen sowie Persönlichkeitsmerkmalen. Frauen sind weitaus häufiger betroffen als Männer. 

Anzeichen und Symptome

Es gibt viele verschiedene Angststörungen. Die Beschwerden reichen von leichtem Unbehagen bis hin zur Panik. Typische Symptome sind Herzrasen, Beklemmung in der Brust, Atemnot, Muskelverspannungen, Zittern, Schweißausbrüche und Kälteschauer. Angststörungen können sich auf bestimmte Situationen oder Dinge beziehen (spezifische und soziale Phobien). Ist die Angst dauerhaft und bezieht sie sich auf alle möglichen Lebensbereiche, spricht man von der generalisierten Angststörung. Zu den Angsterkrankungen gehören auch die Panikstörung (Angstattacken mit körperlichen Symptomen) sowie die Posttraumatische Belastungsstörung nach dem Erleben von traumatischen Ereignissen.

Behandlungsmöglichkeiten

Angststörungen können sehr wirksam behandelt werden. Je früher eine individuell passende Therapie erfolgt, desto besser für den Krankheitsverlauf. Ohne Behandlung können Symptome chronisch werden und weitere psychische Erkrankungen (insb. Depression) hinzukommen. Unter den Behandlungsmöglichkeiten hat sich eine längerfristige Psychotherapie, insbesondere die Verhaltenstherapie bewährt. Dabei werden die Betroffenen mit ihren Ängsten konfrontiert und ungünstige Denkmuster bearbeitet. Auch eine medikamentöse Behandlung kann hilfreich sein. Eine Kombination aus beiden Therapieformen ist ebenfalls möglich. 

Unterstützung für Angehörige und das Umfeld

Angehörige können für die Betroffenen eine wichtige Stütze sein, indem sie etwa bei Panikattacken beruhigend auf sie einwirken oder sie darin bestärken, professionelle Hilfe aufzusuchen. Familienmitglieder sind häufig selbst sehr belastet und verunsichert. Um sie bestmöglich zu begleiten, bieten wir Information, Beratung und Unterstützung in Form von Gesprächen oder Angehörigengruppen.